Schweizerischer Tonkünstlerverein
Association Suisse des Musiciens
Associazione Svizzera dei Musicisti

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Mitteilung der Präsidentin

Liebe Mitglieder des Schweizerischen Tonkünstlervereins

Wir blicken zurück auf ein spannendes und vielfältiges Tonkünstlerfest 2017. In Zusammenarbeit mit dem Festival Archipel entfaltete sich ein breites Panorama von hoher Qualität mit Werken unter anderem von rund einem Dutzend unserer Mitglieder. Dazu ermöglichten Geselligkeit und spontane Begegnungen den für unseren Verein essentiellen fachlichen und freundschaftlichen Austausch. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, sei es organisierend, spielend, komponierend oder jurierend…!

An dieser Stelle möchten wir Jonas Kocher für seine langjährige Tätigkeit im Vorstand herzlich danken und seinen Nachfolger Dragos Tara begrüssen. Dragos Tara wurde anlässlich der Generalversammlung vom 1. April in Genf zum neuen Vorstandsmitglied des STV gewählt.

Diese Generalversammlung stand unter dem Motto QUO VADIS STV.

Auf der STV-Seite der Mai-Nummer der Schweizerischen Musikzeitung finden Sie eine konzise Zusammenfassung der Inhalte.

Auch an dieser Stelle nochmals: Das Bundesamt für Kultur hat in einer Art Kahlschlagpolitik neben vielen anderen Verbänden dem STV ab 2018 alle staatlichen Mittel gestrichen. Die folgenden Informationen sollen Einblick geben in unsere Aktionen und Reaktionen.

Zunächst: Im Jahr 2017 ändert sich für die Mitglieder nichts.

Wir informieren regelmässig über den Stand der Dinge und planen für den Herbst eine ausserordentliche Generalversammlung.

Die kritische Lage erfordert diesmal eine ausführlichere Darstellung, denn die Entwicklung der Dinge soll für die Mitglieder möglichst transparent bleiben.

Die gegenwärtige intensive Tätigkeit des STV besteht aus fünf Hauptsträngen, an denen parallel gearbeitet wird, sie werden weiter unten beschrieben:

1 – Wir wehren uns gegen die kulturpolitischen Entscheide und ihre Folgen

2 – Wir entwickeln eine neue Struktur, die weiterhin inhaltliche Aktivitäten ermöglicht

3 – Wir engagieren uns für eine Grundfinanzierung für Dissonance

4 – Wir bemühen uns um die Mitgestaltung neuer Bedingungen für die nächste Förderperiode

5 – Wir garantieren die laufenden Geschäfte des Vereins.

Punkt 1 – Wir wehren uns

Die Kulturpolitik des BAK, welche ausgerechnet die langjährige Unterstützung für kulturelle Arbeit sowie für Vernetzung und inhaltlichem Austausch ab 2018 fallen lässt, muss mit der notwendigen Klarheit kritisiert werden. Diese Politik hinterlässt bei Verbänden mehrerer Kultursparten Scherbenhaufen und ihre Folgen gehen weit über den STV hinaus.

Die von uns veranlasste rechtliche Prüfung weist auf eine juristisch gut abgesicherte Aktion hin, die unter der Fahne von Objektivität und Gerechtigkeit allfällige Rekurse aussichtslos macht.
Das meistbenutzte Argument an die betroffenen Verbände lautet: Man habe die Richtung schon lange kommuniziert, die Betroffenen hätten sich rechtzeitig neu orientieren müssen.

Keine der zahlreichen Aktionen des STV kann den Entscheid ändern: Gespräche mit dem BAK, Abklärung der Rechtmässigkeit des Entscheids durch einen unabhängigen Rechtsberater, Sitzungen mit SUISSECULTURE (dem Dachverband der professionellen Organisationen Kulturschaffender), Brief an Bundesrat Alain Berset, Artikel in der Schw. Musikzeitung (siehe auch Website ART+POLITIQUE), Mitwirkung in der Sendung Kontext von Radio SRF2 Kultur vom 25.4.2017 und vieles mehr.

Trotzdem: Die Pflichten von Vorstand und Präsidium des STV dürfen nicht vorwiegend darin bestehen, Rückschau zu pflegen und Wunden zu lecken. Sie haben ihre Ressourcen vor allem einzusetzen für die Überführung des STV in eine mögliche Zukunft.

Und hier beginnt es spannend zu werden: Es gilt ein Modell zu finden, das eine wirkliche Perspektive aufweist und die künstlerischen Ressourcen unseres Vereins trotz der finanziellen Hindernisse zu neuer Blüte bringen kann. Das Aufbrechen der stilistischen Grenzzäune und eine neue Solidarität zwischen den MusikerInnen birgt durchaus Chancen und hat z.B. in den Musikhochschulen zu einer neuen Dynamik mit künstlerisch interessanten Erneuerungsprozessen geführt.

Punkt 2 – Zukunftsperspektive

Schon seit Jahren gibt es Gespräche zwischen den vier grossen Verbänden professioneller Musiker/-innen:

  • Musikerverband SMV (der nicht nur aus Orchestermusikern sondern zur Hälfte aus Freischaffenden besteht!)
  • Syndicat Musical Suisse SMS, in dem eher Jazz und Improvisation beheimatet sind
  • Musikschaffende Schweiz MSS mit den Bereichen Singer-Songwriter, Pop und Rock.

Der Auftrag der GV zur Strategie des STV verfolgt beides: Den Zusammenschluss für das Gemeinsame und weiterhin eigene Aktivitäten für die Förderung zeitgenössischer Musik.

Die Gespräche mit den anderen Verbänden sind zu intensivieren mit dem Ziel, ein abstimmungsreifes Modell eines Zusammenschlusses zu entwickeln. In den letzten Monaten haben gemeinsam mit diesen vier Verbänden sechs Sitzungen stattgefunden.
Ein Zusammenschluss zur Erstellung eines Grundangebots an Dienstleistungen in jenen Bereichen, die für alle Musiker/-innen aller Sparten wichtig sind entspricht übrigens einem erstarkenden Bedürfnis vieler auch junger Mitglieder.

Wichtig zu wissen: Nur mit einem solchen Modell des Zusammenschlusses kann das 2018 freiwerdende Geld des BAK überhaupt für die Sparte Musik gerettet werden.

Allerdings soll mit einem solchen Zusammenschluss nicht einfach eine Musikgewerkschaft entstehen! In unseren Statuten war immer BEIDES aufgeführt: die Vertretung der materiellen wie der künstlerischen Interessen. Inhaltliche Aktivitäten sind jedoch nicht realisierbar ohne eine funktionierende Infrastruktur!

Künstlerische Identität bewahren: Im Modell eines Zusammenschlusses z.B. mit einer eigenen Sektion soll der Auftrag des STV zur Förderung der zeitgenössischen Musik weitergeführt werden können. Ausserdem gilt es, die inhaltlichen Aktivitäten budgetär und strukturell so aufzugleisen, dass sie der Proportion zwischen einerseits den BAK-finanzierten und andererseits den drittmittelfinanzierten Aktivitäten nicht zum Nachteil gereichen: Ein weiterer kulturpolitischer Kampfplatz.

Wir hoffen, Ihnen/Euch im Herbst ein überzeugendes Modell zur Abstimmung vorlegen zu können. Zu bedenken ist dabei, dass vier unterschiedliche Verbände und ihre Mitglieder für dasselbe Grundmodell gewonnen werden müssen. Eine nicht zu unterschätzende Hürde…

Punkt 3 – Engagement für die Finanzierung für Dissonance

Die Suche nach einer tragfähigen Lösung für Dissonance ist eine der grössten Herausforderungen. Da wir zur Zeit überhaupt noch nicht voraussagen können, wie hoch die Mittel sein werden, die von Seiten des STV der Dissonance zukünftig noch zugesprochen werden können, befinden wir uns in einem intensiven Prozess der Suche nach Geldgebern, die sich für einige Jahre engagieren können.

Wir sind dringend auf neue Mitglieder und Spenden angewiesen.

Mitglied wird automatisch, wer den Gönnerbeitrag einzahlt. Das geht ganz leicht über diesen Link.

Einzahlungsscheine können aber auch über die Geschäftsstelle bezogen werden.

Punkt 4 – Mitgestaltung neuer Bedingungen für die nächste Förderperiode

Die Vorbereitungen für die nächste Förderperiode beginnen bald. Die Verbände sind nun besonders sensibilisiert darauf, wie die Weichen gestellt werden sollen.

Punkt 5 – Die Fortführung der laufenden Geschäfte

Die Geschäftsstelle arbeitet unter erschwerten Bedingungen weiter, auch weil die Stelle von Sarah Gaffino, die Ende Januar ihre Tätigkeit aufgegeben hat aus budgetären Gründen nicht ersetzt wird. Wir bitten um Verständnis dafür, wenn gewisse Tätigkeiten zugunsten vordringlicher Aufgaben zurückgestellt werden müssen.

AKTUELL: Die Mitteilung der SUISA zum neuen Tarif K wühlt die Neue Musik-Szene gewaltig auf. Der STV sieht hier seine Aufgabe als Mittler im Dreieck Komponisten – Veranstalter – SUISA. Weitere Informationen folgen.

Wir zählen auf Ihre/Eure Unterstützung und senden herzliche Grüsse
Käthi Gohl Moser