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Schlussbericht des Schweizerischen Tonkünstlervereins ASM-STV

 

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Der Schweizerische Tonkünstlerverein blickt auf ein gelungenes und erfolg-reiches Fest 2007 zurück. Das ungewöhnlich umfangreiche Programm mit 16 Konzerten, 9 Klanginstallationen mit 3 Performances und dem Dinner in der Dozentenmensa der ETH ging weitgehend reibungslos und in bester At-mosphäre über die Bühne. Die Qualität der Konzerte war hoch sowohl in Be-zug auf die Werke wie die Interpretation und der Besuch übertraf für einmal die Erwartungen, denn selbst die parallel geführten Veranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht. Ungewohnt viele neue, unbekannte Gesichter wa-ren zu sehen und dies nicht nur als Folge der erfreulich zahlreich erschie-nenen MusikologInnen des Kongresses. Jedenfalls konnte sich der STV noch selten einem so breiten Publikum präsentieren. Entsprechend gross war auch die Resonanz in den Medien, die grossen Tageszeitungen berich-teten ausführlich und Radio DRS schnitt 5 Konzerte mit, 4 davon sind bereits gesendet.

Konzerte

Die Konzerte fanden in der Musikhochschule an der Florhofgasse 6 statt, zwei weitere im Kulturhaus Helferei und eines im Stadthaus. Die Zusam-menarbeit mit allen drei Institutionen war äusserst angenehm, sodass das Publikum wie die Interpreten optimale Bedingungen vorfanden. Besonders hervorzuheben ist der in jeder Beziehung vorbildliche Einsatz aller Mitarbei-terInnen der HMT. Trotz der ungünstigen Zeit mit Semesterende und Ab-schlussprüfungen durften wir hier eine Hilfsbereitschaft und konstruktive Mit-arbeit erleben, die das übliche Mass weit übersteigt.

Das publikumsreichste Konzert war erwartungsgemäss das Schlusskonzert des 3. Kompositionswettbewerbs für Kinder und Jugendliche, den die Came-rata Zürich zusammen mit dem Tonkünstlerverein organisiert hatte. Gegen 250 ZuhörerInnen, darunter viele Jugendliche, staunten über das Können und den Einfallsreichtum des jüngsten Nachwuchses – gleichzeitig verfolg-ten über 50 Personen das anspruchsvolle Konzert des Trios "Aspecte" mit neuer Musik auf alten Instrumenten. In etwa diesem Rahmen lagen alle un-sere Konzerte - gesprengt nur beim Eröffnungskonzert des 18. Kongresses der internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft in der Tonhalle, bei dem wir Gäste waren.

Neue Musik an den Musikhochschulen

Ein besonders anspruchsvoller Tag war der 13. Juli, an dem Ensembles aus den Musikhochschulen Basel, Bern, Luzern, Lugano und Zürich Werke aus ihren Kompositionsklassen vorstellten. Einzig das Ensemble HEM aus Lau-sanne/Genève sagte kurzfristig ab, was uns Gelegenheit gab, eine Diskus-sionsrunde mit KompositionslehrerInnen und StudentInnen einzuschalten. Trotz des dichten Programms von 11 bis 20.30 Uhr und einem anschliessen-den Konzert des Institute for Computer Music and Sound Technology ICST waren alle Veranstaltungen gut besucht, bei den Zürchern waren wiederum rund 150 Zuhörer da. Inhaltlich war es ein buntes Kaleidoskop ganz unter-schiedlicher Werke und Strömungen, eine überaus reiche Sicht auf eine mu-sikalische Landschaft, die für die Zukunft viel verspricht. Vielleicht kam ob all der Musik das Gesellschaftliche - wir dachten auch an einen "Tag der Be-gegnung" - etwas zu kurz, dies soll ein ander Mal nachgeholt werden, denn die Idee überzeugte und verlangt nach einer Wiederholung.

Installationen und Improvisationen

Die von der Jury auf Grund einer Ausschreibung ausgewählten 9 Arbeiten konnten trotz beträchtlicher Schwierigkeiten alle realisiert werden, 5 davon in Innenräumen, 4 im Stadtraum. Die Raumsuche erwies sich als weit schwieri-ger als angenommen - am Ende aber äusserten sich alle KünstlerInnen be-friedigt über ihre Räume im Theater an der Sihl, im Theaterhaus Gessner-allee und im Parkhaus Gessnerallee. Auch hier fanden wir sehr viel Unter-stützung von Seiten der Institutionen, einzig die Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus Gessnerallee verursachte einige Unstimmigkeiten. Zu sehen und zu hören gab es viel in den ganz unterschiedlichen Räumen, sowohl permanent in den Installationen wie auch in Sonderveranstaltungen: den 3 Stimmperformances innerhalb des Grossprojekts "Schauwerk" im Theater-haus und den Improvisationen "Lauter Blech" mit rollenden Klangobjekten und Instrumenten im 4. UG des Parkhauses.

Im Bereich der Projekte im öffentlichen Raum ergaben sich Schwierigkeiten bezüglich der erforderlichen Bewilligungen. Es war ein Lehrstück über Stadt-organisation, bis wir genau zum Festbeginn alle schriftlich vor uns hatten. So wurde es möglich, dass jeden Abend ein „Betruf“ über der Limmat schwebte, seltsame Klänge aus dem Kanalsystem der Kirchgasse quollen, Grillen das Haus der Pro Helvetia am Hirschengraben umzirpten und die Passanten in der Kunsthauspassage zu Musikanten mutierten.

Dass es möglich wurde, verdanken wir wesentlich zwei Umständen: Zum einen der Stadt in der Person von René Karlen, der uns unermüdlich bei-stand, und zum andern dem selbstlosen und ganz auf das künstlerische Re-sultat ausgerichteten Einsatz der beteiligten KünstlerInnen, die damit einmal mehr exemplarisch gezeigt haben, dass sie, wenn es darauf ankommt, be-reit sind, für ihr Werk auch noch das Honorar dafür einzusetzen.

Dinner

Auf das inszenierte Dinner mit 7 aussergewöhnlichen Musikstücken haben wir viel Mühe verwendet und die Dozentenmensa der ETH mit dem herr-lichen Blick über See, Stadt und Land schien uns ideal, doch das Publikum spielte nicht mit, sodass wir einen Abend absagen mussten. Dafür wurden wir am Samstagabend, beim Dinner für unsere Mitglieder und Gäste, reich-lich entschädigt, denn das Gebotene kam offensichtlich bestens an.

Kooperationen

Am Anfang stand der 18. Kongress der internationalen Gesellschaft für Mu-sikwissenschaft, der uns nicht nur das Thema „Passagen“ gab, sondern auch Türen öffnete und letztlich der Grund war, dass wir ein so grosses Fest in Angriff nahmen. Dafür sind wir dankbar. Darüber hinaus aber gab es von uns aus gesehen wenig Gemeinsamkeiten - wir hätten uns eine grössere inhaltliche wie räumliche Durchmischung gewünscht.

Die guten Erfahrungen mit den Zürcher Institutionen – Stadt, Musikhoch-schule, Helferei, Theater an der Sihl, Parkhaus und Theaterhaus Gessner-allee, Presse und Radio - sind bereits erwähnt, es bleibt noch das Kunst-haus Zürich, das uns schnell, unkompliziert und kostenlos die Installation "Passage interne" in ihrer Passage ermöglichte.

Finanzen

Die Ausgaben konnten mit Ausnahme des Dinners im Rahmen des Budgets gehalten werden. Auf der Einnahmenseite haben namentlich die grosszügi-gen Beiträge von Stadt und Kanton Zürich das Zustandekommen gesichert. Weitere namhafte Beiträge grösserer Stiftungen und viele kleinere Beträge haben die Rechnung beinahe ausgeglichen. Dennoch bleibt ein gewisses Defizit, das der Tonkünstlerverein tragen muss.

Dank

Wir danken allen Institutionen, vor allem aber allen dahinter stehenden, en-gagierten Personen und allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, ganz herzlich.